Nach unserer langen Wanderung im Strathcona Park stand wieder ein Fahrtag auf dem Programm. Wir hatten dennoch einiges auf dem Plan. Einkaufen, Wäsche waschen sowie den Blinker an meinem Auto reparieren, welcher auf der letzten Fahr ausviehl.
Auf dem Weg machten wir noch kurz bei einem weiteren Wasserfall, den „Elk Falls“, Halt. Durch eine Hängebrücke hatte man hier eine perfekte Aussicht auf den Wasserfall.

Beim Abbiegen auf den Parkplatz des Waschsalons entschied sich mein Blinker dann plötzlich, wieder zu funktionieren. Dadurch wurde uns zumindest die Reparatur erspart. Dafür mussten wir dann fast eine Stunde auf Mercury warten, welcher sich die Zeit in einer Kneipe vertrieb, während wir die Wäsche machten und den Einkauf erledigten. Die Stimmung war leicht angespannt.
Der erste Campingplatz, den wir anfuhren, war noch im Winterschlaf, doch beim zweiten hatten wir dann mehr Glück. Nun befanden wir uns in Port Hardy, ganz im Norden der Insel.
Den Abend verbrachten wir am Lagerfeuer mit einem jungen belgischen Mann, der die Insel auf seinem Fahrrad erkundete.
Am nächsten Tag ging es dann über eine 1,5 Stunden lange Schotterstraße an die Westküste. Dort sah ich dann etwas, worauf ich schon so lange gewartet hatte. Ich habe tatsächlich schon befürchtet, dass ich wohl eines der ikonischsten Tiere des Landes selbst nach neun Monaten nicht zu Gesicht bekomme, bevor ich meine Rückreise antrete. Doch da war er – der erste Bär.


Wir trauten uns zuerst nicht wirklich, nah ranzugehen, und es war schwer, ein brauchbares Bild zu erlangen. Gerade als wir nah genug dran waren und der Bär aus dem Schatten kam, wurde er dann durch einen entgegenkommenden Pickup-Truck verscheucht, der seine Geschwindigkeit nicht auch nur ein bisschen dafür verringerte.
Am Parkplatz der Westküste trafen wir dann unseren Radsportkollegen wieder und begaben uns auf eine einstündige Wanderung zu einem Strand. Er zeigte uns dort noch spannende Felsformationen. Da es schon spät am Tag war, stand die Sonne leider sehr ungünstig für Fotos. Außerdem berichtete er uns, dass er auf dem Weg ganze drei Bären zu Gesicht bekommen hatte.






Auf dem Rückweg waren wir leider weniger erfolgreich und wir durften keinen weiteren Bären mehr beobachten. Da wir recht spät erst zurückkamen, ging es zum Abendessen in eine Kneipe, wo wir lustigerweise ein Pärchen vom letzten Campingplatz trafen.
Am nächsten Tag ging es dann wieder Richtung Süden, nach Comox. Von dort aus wollten wir dann mit einer Fähre zum „Festland“ übersetzen. Auf dem Weg dorthin machten wir noch Halt an der Telegrafenbucht. Diese erhielt ihren Namen, da der kleine Ort zuletzt als Zwischenposten zur Übermittlung von Telegrammen diente. Durch das Aussterben von Telegrammen wurde die kleine Ortschaft jedoch recht schnell unbewohnt, wodurch hier noch viele alte Häuser stehen. Anschließend wurde das Gelände in einen historischen Ferienort, fast schon einem Freizeitpark ähnlich, umgebaut. Es gibt einen großen Campingplatz und mehrere Hotelgebäude zum Übernachten. Die meisten Häuser wurden historisch korrekt renoviert, wodurch man gemütlich durch die kleine Ortschaft in der Bucht spazieren kann.





Als wir uns nach unserer Mittagspause auf die Weiterfahrt begaben, trafen wir völlig unvorbereitet auf einen weiteren Bären. Diesmal waren wir richtig nah dran und konnten beobachten, wie der Bär Löwenzahnblumen im Maul hatte, was total süß aussah. Bis die Kamera einsatzbereit war, war der Bär aber auch fast schon wieder im Gebüsch verschwunden.

An der Fähre angekommen, konnten wir schon am Parkplatz/Warteplatz die Rufe von Seelöwen hören. Da wir genügend Zeit hatten, liefen wir ans Ufer, wo ein Wellenbrecher förmlich von Seelöwen belagert wurde. Somit konnte ich diese in Ruhe beobachten und Bilder schießen, wodurch die Wartezeit auf die Fähre wie im Nu verging.



Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir schließlich Powell River, wo wir uns schnell einen Campingplatz suchten. Abendessen gab’s bereits auf der Fähre, das war erstaunlicherweise nicht mal teurer als in ’nem normalen Fastfood-Restaurant. Powell River ist grundsätzlich bereits eine Halbinsel des Festlandes, doch die Berge versperren den Weg, wodurch die einzige Straße entlang der Küste führt, von wo aus man eine weitere Fähre Richtung Vancouver (Stadt) benötigt. Aber damit geht es im nächsten Beitrag weiter.
Hinterlasse einen Kommentar