Tag #143 – #149 Halfway Hot Spring

   

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Diese Woche hatten wir zur Abwechslung unseren Hubsteiger-LKW und den Häcksler auf der Arbeit dabei. Ehrlich gesagt hätte ich darauf verzichten können, denn dadurch bestand meine Arbeit nicht mehr aus Bäume entasten und Seile spannen, sondern aus Äste in den Häcksler schieben, nicht sehr spektakulär …

An einem Tag hatte mein Arbeitskollege sein privates Auto mit dabei. Damit demonstrierte er gleich mal seine Offroad-Fähigkeiten.

Am Freitag war ich dann Skifahren. Statt des vom Wetterbericht versprochenen Sonnenscheins hatte ich vormittags leider eher Wolken und Schneefall. Dafür war absolut nichts los und ich hatte freie Fahrt. Es hat sich unglaublich kalt angefühlt, auch wenn es laut Wetterbericht nur –7 °C waren (aber auf den kann man ja nicht so vertrauen). Ein richtiges Thermometer hab ich bedauerlicherweise nicht gefunden, aber ich habe einfach trotz meiner wärmsten Kleidung gefroren. Bei –20 °C am Emerald Lake hat es sich nicht so kalt angefühlt …

Nach 1,5 Stunden Aufwärm- und Mittagspause ging es dann weiter. Und siehe da, am Gipfel war man plötzlich über den Wolken in der Sonne.

Mein nächstes Auto

Am Samstag habe ich mich dann um den Haushalt gekümmert und für meine Gastgeberin gearbeitet.

Am Sonntag war es dann mal wieder Zeit für einen Ausflug. Da ich ja bereits in zwei Wochen umziehen möchte, musste ich noch etwas von meiner Liste abhaken – Baden in einer natürlichen heißen Quelle. Von Salmon Arm ist die Halfway Hot Spring nur etwa zweieinhalb Stunden entfernt, weshalb ich mich entschieden habe, dieses Wochenende dorthin zu fahren.

Der Weg führte mich tief in die Rocky Mountains, entlang eines Flusses, welcher nach und nach zu einem riesigen See anschwillte. Irgendwann endete die Straße dann jedoch im See … Nun war Warten angesagt, nach etwa zehn Minuten legte die Fähre an, welche mich kostenlos innerhalb von etwa 20 Minuten auf die andere Seite brachte.

Nach der Fähre ging es nach etwa fünfzehn Minuten Fahrt ab in den Wald. Die Straße war natürlich nicht geräumt und ging etwa vierhundert Höhenmeter nach oben. Der Schnee wurde immer tiefer, doch zum Glück gab es Spuren von vorherigen Fahrzeugen, auf welchen es sich problemlos fahren ließ. Nur bei Gegenverkehr wurde es knifflig … Außer einem Quad mit Ketten, welches natürlich kein Problem hatte, mir auszuweichen, hatte ich zum Glück keinen Gegenverkehr.

Nach etwa elf Kilometern erreichte ich dann einen Parkplatz mit vier weiteren Autos. Nach einem extrem steilen, furchtbar glatten Weg und zwei Stürzen kam ich dann endlich unten am Fluss an.

Dort gab es eine Umkleidekabine und drei naturnah ausgebaute Becken, in welchen sich etwa 8 Leute aufhielten. Nachdem ich mich umgezogen hatte, gesellte ich mich zu ihnen und das Wasser war erstaunlich gut temperiert. Ich unterhielt mich etwas mit einem Spanier, der sich spontan entschlossen hatte, statt ins –30 °C kalte Norwegen, lieber ins –7 °C kalte Kanada zu fliegen.

Auf seinen Hinweis, dass es etwa einhundert Meter weiter noch heißere Becken direkt neben dem kalten Fluss gab, bin ich nach einer Weile weitergezogen. Dort war ich komplett allein und aus dem Berg kam ein kleiner, unscheinbarer Bach.

Doch das Wasser war kochend heiß. Das erste Becken war unmöglich zu betreten, ins zweite bin ich kurz eingetaucht, aber auch das war zu warm, weshalb ich mich dann im dritten, immer noch sehr warmen Becken niederließ und die Ruhe sowie den Ausblick genoss.

Nach einer Weile war es dann Zeit für eine Abkühlung,  also ab in den kalten Fluss. Wenn man auf dem Foto genau hinschaut, sieht man das Eis an den Seiten des Baches, also wenn das nicht als Eisbaden zählt, weiß ich auch nicht.

Nach einigen Stunden Entspannung pur, verließ ich diesen schönen Ort und machte mich auf den Rückweg. Es war wirklich ein Wunder der Natur, wie hier angenehm warmes Wasser ganzjährig durch einen unscheinbaren Fluss fließt. Diese Erfahrung war wirklich einmalig und unglaublich eindrucksvoll und hat mir wieder einmal gezeigt, warum ich das hier eigentlich mache.

Total entspannt ging es dann auf den Rückweg. Diesmal hatte ich weniger Glück und nach etwa vier Kilometern kam mir ein Pickuptruck entgegen. Zuvorkommend wie ich bin, verlasse ich die Spuren und wir fahren aneinander vorbei, nur noch ein bisschen. … geschafft. Nur noch zurück in die Spur … Fehlanzeige, statt nach links geht es für mich und mein Auto nach rechts in den Graben. Der weiche Schnee am Rand der Straße hatte mich völlig im Griff … Es ging weder vorwärts noch rückwärts, doch den deutlich geländegängigeren Pickuptruck kümmerte das recht wenig, und sie fuhren gemütlich weiter. Glücklicherweise kam etwa fünf Minuten später eine Familie, welche dann versuchte, mit Schieben mein Auto zu befreien … vergeblich. Das war’s dann also mit der totalen Entspannung. Sie fuhren weiter und versprachen mir, Hilfe zu schicken. Währenddessen war ich mit meinem Eiskratzer dabei, mein Auto freizuschaufeln. Dass sich da nichts mehr bewegte, war klar. Meine Vorderachse saß komplett auf dem harten Schnee auf, während mein rechtes Vorderrad im weichen Schnee versunken war. Also schaufelte ich, was das Zeug hielt, um meinen Unterboden frei zu bekommen. Nach etwa zwanzig Minuten kamen die nächsten wagemutigen Helfer. Diesmal mit Pickuptruck und Abschleppseil. Mein Auto angehängt und los ging es, endlich bewegte sich etwas und mein Auto kam zurück in die Spur. Ich bedankte mich vielmals und dann ging es endlich weiter.

Beim Warten auf die Fähre habe ich mein Retterpärchen wiedergetroffen und wir haben uns noch etwas unterhalten. Wie fast jeder hier hatten auch sie Verwandtschaft in Deutschland.

Anschließend konnte ich dann noch ein paar schöne Bilder im goldenen Licht der untergehenden Sonne machen.

Eine Antwort zu „Tag #143 – #149 Halfway Hot Spring“

  1. Avatar von Tag #150 – #156 Timmy Trumpet – Rees on the Road
    Tag #150 – #156 Timmy Trumpet – Rees on the Road

    […] Info vorweg: Ich habe inzwischen alle Bilder im letzten Beitrag […]

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