Diese Woche musste mein Auto zur Werkstatt. Nachdem wir zuerst weiter Apfelbäume geschnitten hatten, fuhren wir also mit zwei Autos zur Werkstatt. Auf dem Weg waren inzwischen sogar im Innenraum des Autos eindeutige, knirschende Reibgeräusche zu hören. Komischerweise hat es aber kaum noch gequalmt. Nachdem mein Auto abgegeben war, wurde ich von James abgeholt. Zusammen gabelten wir dann noch Jocelyn auf, denn es ging in die große Stadt – Kelowna. Damit sich die 1,5 Stunden lange Fahrt auch lohnte, wurden hier gleich mehrere Dinge erledigt. Zuerst ging es in Mark’s (Bekleidungsgeschäft), für mich gab es aber nur eine neue Sonnenbrille, da ich meine alte wohl auf dem letzten Berg liegen gelassen habe … Mein Koffer ist voll, ich kann mir keine Neukäufe mehr genehmigen. Als Nächstes gabs noch zwei neue Spiegel. Danach ein paar Lebensmittel aus dem Supermarkt, die gerade im Angebot waren. Zum Schluss ging es noch zum Hauptgrund unserer Reise. Costco – vergleichbar mit einem Großhandel wie Metro, allerdings für jeden, der bereit ist 60 $ (~40 €) im Jahr zu bezahlen. Man bekommt aber wohl auch jedes Jahr Gutscheine, die ungefähr dem entsprechen. Was in diesem Laden sehr beeindruckend war, waren die Kühlregale. Diese waren genauso angeordnet wie die normalen Gänge. Von dort aus konnte man dann über eine Glastür die Waren normal entnehmen. Das Besondere war aber, dass die Kühlregale so breit waren, dass sich auf beiden Seiten Waren befanden und in der Mitte ein Gabelstapler, im Kühlbereich, fahren konnte. Dadurch, dass es für die Öffentlichkeit geöffnet ist gibt es aber auch noch andere „Attraktionen“. Zum Beispiel gab es an einigen Gängen Probierstationen, an welchen man ein Produkt des jeweiligen Ganges testen konnte. Außerdem gab es eine Grillstation, an der man gegrillte halbe Hähnchen kaufen konnte. Das Verrückte: Die gegrillten waren gerade mal halb so teuer wie die „normalen“ weshalb wir auch gleich mal zwei mitnahmen, nicht zum Direktverzehren, tatsächlich zum Mitnehmen. Aber es gab auch Gartenhäuser, Camping- und Gartenausrüstung oder Küchengeräte. Nach der Kasse kommt dann, ähnlich wie bei den blauen schwedischen Möbelhäusern, ein Imbiss, an dem Hotdogs, Hühnchen und andere Leckereien verkauft werden.

Während wir so am Shoppen waren, kam dann auch schon der Anruf aus der Werkstatt. Mein Auto ist repariert. Die Lichtmaschine war tatsächlich das Problem.
Die restlichen Tage verbrachten wir dann mit Apfelbäumen und Reben schneiden.
Am Freitag war James bei einem Erste-Hilfe-Kurs, weshalb ich den Tag freihatte. Ich nutze dies, um am nahegelegenen Apex Mountain Langlaufen zu gehen. Das war definitiv die teuerste Loipe, bei der ich bisher war, stolze 22$ (14€) kostet ein Tagesticket. Dafür war die Loipe dann aber erstaunlich schlecht präpariert. Der Schnee war weich, die Spuren nur zu erahnen. Laut Loipenbericht wurde das letzte Mal vor 4 Tagen gespurt. Die Loipe ist wohl auch nicht wirklich gut besucht, denn teilweise waren überhaupt keine Spuren zu erkennen … Naja, ich machte das Beste daraus und hatte eine schöne Skitour durch den Tiefschnee.


Mein Ziel war es, zwei Stunden lang langlaufen zu gehen. In der letzten Viertelstunde fing es dann plötzlich auch noch an, stark zu schneien, aber da muss man halt durch.
Anschließend fuhr ich weiter nach Penticton, zuerst in die Waschanlage, denn durch die defekte Lichtmaschine hing immer noch der Schmutz vom Kootenay-Roadtrip am Auto. Danach war meine Antenne leider etwas geknickt … Die hab ich wohl ganz vergessen …
Zur Entspannung ging es dann zum Recreation Center in die Sauna und den Whirlpool.
Am Samstag war es dann unglaublich warm. Bei 18 °C haben wir die Reben in T-Shirt und kurzer Hose geschnitten. Ach ja, am Morgen gab es auch noch Nachwuchs auf dem Hof – ein junger Geißbock kam auf die Welt.


Am Sonntag stand dann Wandern auf dem Plan. Leider war das Wetter sehr komisch. Auf der einen Seite war der Himmel tiefblau, während auf der anderen Seite dunkle Regenwolken hingen. Dennoch fuhr ich zum Wanderparkplatz, dort tobte aber ein Sturm. Nach zwanzig Minuten Warten hat sich dieser bedauerlicherweise nicht gelegt. Immer wieder kam starker Regen dazu und hinter mir dauerhaft ein Regenbogen, vor mir – blauer Himmel. Also raus aus dem Talnebenarm ins Haupttal. Strahlender Sonnenschein. Ich entschied mich, etwas entlang des Flusses zu laufen.

Nach etwa einer Stunde sah dann der Himmel auf der anderen Seite des Tales wieder gut aus, weshalb ich zurück zum Wanderparkplatz fuhr und meine Tour begann. Zuerst im T-Shirt, doch umso höher ich kam, desto kälter wurde es, vor allem durch den Wind. Am Ende war ich dann echt froh, wieder im warmen Auto zu sitzen. Auf dem Weg hab ich plötzlich einen Schwarm „Berghüttensänger“ eine Art der Drosseln, entdeckt. Diese fallen vor allem durch ihren stechenden Blauton auf. Leider bin ich nicht so nah an sie herangekommen. Dafür habe ich dann direkt noch eine Wanderdrossel direkt am Wegesrand entdeckt.


Oben angekommen konnte ich dann die als „Columns“ (Säulen) bezeichnete Felsformation bestaunen.




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