Tag #164 – #171 Ost Kootenays

   

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Diese Woche musste ich noch einmal für meine Gastgeberin arbeiten. Das habe ich direkt am Montag hinter mich gebracht. Hauptsächlich ging es um Gartenarbeit. Ich habe das Gewächshaus leergeräumt, ein paar Obstbäume geschnitten und ein Kartoffel-Hochbeet angelegt. Den Abend habe ich mit Vorbereitungen für den Auszug verbracht.

Am Dienstag war ich dann noch ein letztes Mal Ski fahren. Es gab etwa 3 cm Neuschnee, wodurch die Bedingungen ziemlich gut waren.

Am Mittwoch habe ich dann die letzten Sachen zusammengepackt, die Wohnung geputzt und mich verabschiedet.

Anschließend habe ich Mercury an der Bushaltestelle abgeholt. Wir haben noch etwas in einer Brauerei zu Mittag gegessen und sind dann nach Golden gefahren. Kurz vor Golden haben mir dann zwei Autos hintereinander Lichthupe gegeben. Kurz darauf lag plötzlich mitten auf der Spur ein totes Reh. Dadurch, dass ich zum Glück gewarnt wurde, konnte ich gerade so ausweichen. Es war erschreckend, wie spät ich das Reh erst erkennen konnte.

Nachdem wir eingecheckt hatten, ging es dann auf ein paar Bier in eine Bar. Dort haben wir uns unter anderem mit zwei Amerikanern getroffen, welche aus dem 3000 km entfernten Michigan angereist sind, um hier Ski-Doo fahren zu gehen. Die Gespräche waren äußerst amüsant, vor allem, da die beiden eingefleischte Trump-Wähler und Klimawandelleugner waren.

Am nächsten Tag ging es dann zu einem Gebiet mit einigen kleinen Seen in der Nähe von Golden. Da Mercury keine Wanderschuhe hatte, war es etwas mühselig. Zum Glück habe ich mir letzte Woche Grödeln gekauft. Damit kam er immerhin etwas voran. Die Seen waren natürlich alle zugefroren. Aber dadurch konnten wir auf dem Eis in der Sonne laufen.

Anschließend ging es weiter nach Radium. Auf der Fahrt wurde der Schnee immer weniger, bis er plötzlich vollständig verschwand. Durch den außerdem inzwischen vollständig blauen Himmel fühlte es sich stark nach Frühling an. Bis auf dass das Gras hier immer noch total braun/vertrocknet war. Am Abend sind wir dann in die berühmten Radium Hot Springs gegangen. Ehrlich gesagt war ich von denen jedoch nicht sehr beeindruckt. Das Wasser war nicht wirklich heiß und es gab auch nur dieses eine große Becken. Zurück im Hostel haben wir dann Samuel aus Frankreich kennengelernt und Monopoly gespielt.

Am nächsten Tag sind wir dann ins 15 Minuten entfernte Invermere gefahren. Da Samuel kein Auto hat, haben wir ihn kurzerhand mitgenommen. Dort haben wir uns Schlittschuhe und Hockeyschläger ausgeliehen und sind auf dem zugefrorenen See Schlittschuh gefahren. Auf dem See war kein bisschen Schnee und dadurch, dass die Sonne der letzten Tage die oberste Schicht immer etwas aufgeschmolzen hatte und diese dann nachts wieder gefror, war es eine fast perfekt glatte Eisschicht.

Währenddessen wurden wir immer wieder von bis zu vier Weißkopfseeadlern begleitet. (Viel mehr Kanada auf einem Fleck geht fast nicht). Irgendwann habe ich meine Schuhe gewechselt und den weg zum Auto angetreten nur um meine Kamera zu holen. Aber für diese Bilder hat es sich definitiv gelohnt.

Am Abend sind wir dann noch in die Fairmount Hot Springs (heiße Quellen) gegangen. Eigentlich wollten wir in die nicht ausgebauten Becken gehen. Diese waren jedoch wegen Steinschlaggefahr und Bären gesperrt. Also mussten wir das kommerzielle Thermalbad nutzen. Hier gab es immerhin zwei Becken. Ein heißes und ein kühles Becken. Das heiße Becken war definitiv wärmer als bei der Radium Hotspring und die Aussicht hier war auch deutlich besser.

Am nächsten Tag bin ich vormittags etwas am Fluss in Radium gelaufen und habe die Sonne genossen. Da Mercury immer bis mittags schläft, hatte ich genug Zeit.

Danach sind wir zum Familientag wieder nach Invermere gefahren. Als wir um 15 Uhr dort ankamen, war aber schon fast alles vorbei und der Abbau ging los. Eigentlich gab es einen Whirlpool und ein Loch im Eis zum Eisbaden. Außerdem auch eine Sauna sowie Getränke und Snacks. Wir sind dann noch ein paar Stunden am Lagerfeuer gestanden und haben uns unterhalten. Später habe ich dann noch Marshmallows geholt, die ich im Auto hatte, welche wir uns kurzerhand am Stock grillten. Im nahegelegenen Skigebiet „Panorama“ sollte es dann ein Feuerwerk bezüglich des Familientags geben, weshalb wir dorthin fuhren und in einer Bar zu Abend aßen. In der Bar wimmelte es nur so von jungen Leuten. Ich habe mich fast schon alt gefühlt. Die meisten waren wie ich aus Europa mit einem Work-and-Travel-Visum hier und arbeiteten im Skigebiet. Die meisten waren aber eher 18 bis 22. Da Samuel erst 18 ist, wurden wir dann um 22 Uhr aus der Bar geschmissen und wir mussten weiterziehen. In der zweiten Bar war das dann aber kein Problem mehr und wir spielten ein paar Runden Darts und Billard.

Am fünften Tag unserer Reise ging es dann (ohne Samuel) weiter nach Creston, einer kleinen Ortschaft nahe der Grenze der USA. Eigentlich sollte es hier nur ein kleiner Zwischenstopp sein, jedoch waren an unserem eigentlich geplanten Ziel alle Zimmer ausgebucht, weshalb wir zwei Nächte hierbleiben. Viel zu tun gab es hier jedoch nicht. Ein Wildtierpark in einem Sumpfgebiet, zwei Brauereien und ein Schwimmbad. Da wir am Abend noch etwas Zeit hatten, machten wir uns auf in den Wildtierpark, wo wir ein paar Vögel beobachten konnten.

Auf dem Rückweg zum Motel sind wir noch auf eine riesige Herde Wapiti Hirsche getroffen. Leider waren sie sehr scheu und ich kam nicht nah genug ran, um ein gutes Foto zu schießen.

Beim Abendessen haben wir dann drei junge Mädels kennengelernt. Sie waren Teil einer Baptisten-Gemeinde, in Kanada geboren und aufgewachsen, aber muttersprachlich Deutsch und Englisch. Es war sehr interessant, sich mit ihnen zu unterhalten.

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