Am Montag begann meine letzte Arbeitswoche etwas anders als gewohnt. Denn es ging nicht ins Waldbrandgebiet, sondern wir blieben in Salmon Arm. Leider hieß das jedoch, dass der Großteil meiner Arbeit darin bestand, Stöcke in den Häcksler zu schieben. Am Montag war es besonders viel. Im Laufe der Woche wurden die Bäume jedoch komplizierter zu Fällen, wodurch ich öfters auch einfach nur zuschauen konnte.
Am Dienstag hatten wir beispielsweise einen Baum, der quasi im Vorgarten eines Hauses stand. Rechts die Stromleitung, hinter dem Baum ein Haus, links davon eine Gartenhütte und davor ein Vorgarten mit angelegten Beeten. Absolut kein Platz, um einen Baum zu fällen. Zum Glück war der Baum nah an der Straße, wodurch wir mit dem Hubsteiger-Lkw gut herankamen. Dann haben wir unten am Baum eine Metallkonstruktion befestigt. Von dort aus ging dann ein Seil nach oben, welches durch eine Umlenkrolle führte, welche unterhalb der Schnittkante befestigt war, und schließlich knapp oberhalb der Schnittkante befestigt wurde. Dadurch konnte der obere Teil des Baumes gefällt werden und dann von unten mit dem besagten Seil kontrolliert abgelassen werden. Hab mal eine kleine Skizze fürs Verständnis erstellt.


Außerdem habe ich noch diesen lustigen Schulbus in einem Hof stehen gesehen:

An meinem letzten Arbeitstag habe ich dann für alle Donut-Löcher gekauft. Kleine Kugeln aus Donut-Teig. Zum Feierabend gab es dann noch Bier, wir haben uns noch etwas unterhalten und dann verabschiedet. Für mich gabs als Erinnerung noch diese Holzscheibe.

Am Freitag war ich dann bei herrlicher Inversionswetterlage in Silverstar Skifahren. Oben schien die Sonne, während im Tal der Nebel hing.

Vom Schnee her war der Tag wie ein sonniger Tag in den Alpen. Am Morgen eine harte, aber gut präparierte Piste, über den Vormittag wurde es dann immer eisiger und am Nachmittag war der Schnee nur noch Sulze. Ich hatte dennoch meinen Spaß und unterhielt mich im Sessellift noch mit einem Kanadier, der für nächstes Jahr eine Europareise in die Alpen geplant hatte. Zum Mittag hab ich mir dann noch mein Chili sin Carne im Kofferraum meines Autos aufgewärmt und hatte so ein gutes und warmes Mittagessen, ohne mir die überteuerten Preise im Skigebiet gefallen lassen zu müssen. Leider habe ich mein Geschirr vergessen. Deshalb habe ich mir aus einer Plastikflasche einen Löffel gebastelt und aus dem Topf gegessen. Abenteuer pur.

Am Samstag waren dann Haushalt, Entspannen und Reiseplanung angesagt. Denn ich habe mich entschieden, nicht direkt weiterzuziehen, sondern erst noch eine Woche Urlaub zu machen. Ein Freund, den ich in Calgary kennengelernt habe (Mercury), ist gerade im Okanagan und er hat mich ursprünglich gefragt, ob ich Lust hätte, für ein paar Tage in die Berge zu fahren. Da sich das so gut angeboten hat, werden wir nun zusammen einen kleinen Roadtrip durch den Süden der Rocky Mountains (Kootenays) unternehmen.
Am Sonntag war ich dann mal wieder langlaufen, diesmal habe ich mir zur Abwechslung Skating-Ski ausgeliehen. Das Wetter war traumhaft, wir hatten seit langem mal wieder richtigen Sonnenschein. Leider war auf der Loipe ein Rennen und es gab etwa 4cm Neuschnee, weshalb die öffentlich zugängliche Strecke nicht frisch präpariert war und ich somit größtenteils durch Tiefschnee fahren musste – besonders anstrengend. Dafür habe ich mich mit einem Holländer auf Deutsch unterhalten können. Dieser wohnt schon seit 30 Jahren in Kanada, sein Deutsch war jedoch ausgesprochen gut. Er hat mir direkt angeboten, mich mit seinen deutschen Freunden hier zu verknüpfen, welche sogar einen Sohn in meinem Alter haben. Auch sonst hat er viele Kontakte im Langlaufverein, da sein Sohn an dem Rennen teilnahm. Bedauerlicherweise bin ich nur noch bis Mittwoch hier, wodurch das Angebot für mich leider zu spät kommt …


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