Diese Woche habe ich mir vorgenommen, mal ein paar mehr Bilder während der Arbeit aufzunehmen, und es hätte vermutlich keine bessere Woche dafür geben können. Gearbeitet haben wir wieder im Waldbrandgebiet, von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf Kelowna und den Okanagan See hat.
Am Dienstag hatten wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang, der alles in rosarotes Licht tauchte.



Der Mittwoch war recht unspektakulär. Wir konnten jede Menge Bäume auf einer Nebenstraße umhauen, da hier wegen planmäßiger Wartungsarbeiten der Strom abgeschaltet war. Da wir so gut vorankamen, durfte ich sogar auf einen Baum klettern. Leider habe ich davon kein Bild. Es war schon ein bisschen beängstigend. Das Schlimmste war: Wenn man oben im Baum das Seil festgemacht hatte, musste man sich darüber abseilen. Dazu muss man beide Hände vom Baum nehmen und das neue Seil in den Gurt einhängen. Anschließend muss man das andere Sicherungsseil, welches einen in Richtung Stamm hält, entfernen. Da das Seil, welches man im Baum befestigt hat, noch nicht gespannt ist, hängt man mit dem ganzen Gewicht nur noch an den Armen und muss ein paar Schritte nach unten machen. Anschließend braucht man viel Überwindung. Denn am einfachsten geht es runter, wenn man sich auf die Unterseite des Baumes schwingen lässt und dann einfach abseilt. (Die meisten Bäume sind etwas geneigt, an der oberen Seite klettert man hoch.) So bin ich schließlich voller Adrenalin, aber sicher wieder unten am Baum angekommen.
Am Donnerstag hatten wir dann einen Gefahrenbaum. Der Baum war stark Richtung Strommast geneigt und im unteren Bereich, wo sich das „Scharnier“ bei der Fällung befindet, total verrottet. Der Baum hatte noch grüne Nadeln, weshalb man es ihm nicht direkt ansah, aber als mein Kollege anfing zu klettern, wurde uns klar, dass wir das nicht ohne Stromabschaltung machen können. Zu groß ist die Gefahr, dass der Baum auf die Leitung fällt und dadurch Schlimmeres passiert. Also mussten wir erst warten, bis die Arbeiter des Stromversorgers eintrafen und die Leitung stilllegten. Wir nutzen die Zeit, um alles vorzubereiten. Befestigten drei Seile im Baum und an vier verschiedenen anderen Bäumen, um die richtige Fallrichtung möglichst redundant zu erzwingen.


Wir waren jedoch fertig, bevor die Arbeiter des Stromversorgers eintrafen. Wir hatten super Wetter, 8°C und Sonnenschein, wodurch es sich mehr wie 20°C anfühlte. Ich habe meine verlängerte Mittagspause in der Sonne so sehr genossen, vor allem mit diesem Ausblick dazu:

Anschließend war noch immer Zeit, wodurch ich die Chance hatte, auf einen zweiten Baum zu klettern. Diesmal hat das mit dem Foto auch besser geklappt.


Am Freitag bin ich dann, an meinem freien Tag, weil es in dem Gebiet so schön ist, wieder hierhergefahren. Okay, es gab mehrere Gründe. Einer davon war, dass wir hier fast jeden Tag entweder Rehe oder Dickhornschafe sehen. Manchmal auch Adler. Außerdem ist die Kulisse mit dem See und der Stadt im Hintergrund einfach unschlagbar. Ich hatte Glück. Fast am Ende der Straße (dafür nah an der Skyline der Stadt) bin ich auf eine Herde Dickhornschafe gestoßen, welche einfach über die Fahrbahn stolzierten.



Ich konnte aber ein paar wirklich spektakuläre Bilder schießen. Die Schafe waren weder von mir noch vom Verkehr sonderlich beeindruckt, weshalb ich auch sehr nah an sie herankam.




Der zweite Grund, weshalb ich hierhergefahren bin, ist, dass ich vorhabe, wieder umzuziehen. Ich habe mir wieder einen Ort gesucht, wo ich für etwas Arbeit eine Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung gestellt bekomme. Bevor ich dort jedoch hinziehe, wollte ich meine potenziell neuen Gastgeber erst einmal besuchen.
Etwa 200km südlich von Salmon Arm liegt das kleine, von Obstbaumkulturen und Reben geprägte Dorf „Cawston“. Hier möchte ich auf eine kleine Farm mit ein paar Ziegen und Hühnern ziehen. Der Weg dorthin führte mich also ohnehin an meinem aktuellen Arbeitsplatz vorbei. Danach blieb mir jedoch noch etwa eine Stunde Fahrt in einer Gegend, welche ich noch nicht kannte. Die Landschaft veränderte sich schon bei dieser „kurzen“ Fahrt sehr stark. Die Berge wurden felsiger, die Bäume weniger und die Wiesen trockener. Es erinnerte mich schon stark an die Landschaft, welche wir in den USA auch gesehen hatten. Kein Wunder, die Grenze ist von hier nur noch etwa zwanzig Kilometer entfernt.

Zum Wandern ist es hier sicherlich deutlich spektakulärer, im Shuswap (der Region von Salmon Arm) ist oft das Problem der Wanderwege, dass die Berge nicht steil genug sind und der Wald so dicht ist, dass man eigentlich nie eine richtige Aussicht bekommt. Aufgrund der fehlenden Bäume gibt es das Problem hier nicht. Ich hatte aber eigentlich auch nicht geplant, im Februar in Kanada wandern zu gehen, aber schaut euch die Bilder an, von Schnee ist hier weit und breit keine Spur.
Nachdem ich meine neuen Gastgeber besucht hatte, bin ich dann wieder zurück nach Penticton gefahren. Auf dem Weg habe ich noch an einem zugefrorenen See gehalten, an welchem ich mein Mittagessen kochte.


In Penticton angekommen, habe ich mich dann noch mit einem Freund, den ich in Calgary kennengelernt hatte, getroffen, da dieser gerade zufällig dort war. Dies war übrigens der dritte Grund für meine Reise an diesem Tag. Wir wollten hier in die Sauna und Eisbaden gehen. Aufgrund des ungewöhnlich milden Winters war der See allerdings nicht zugefroren. Dafür hatte die schwimmende Sauna ganz schön mit dem Wellengang zu kämpfen und wir mussten schauen, dass wir nicht seekrank wurden. Ja, der See war nicht gefroren, aber bei 4°C kaltem Wasser hat auch nicht mehr allzu viel gefehlt. Eisbaden ist eines meiner Nebenziele, allerdings glaube ich, dass ich bei diesem Winter nicht mehr viel näher drankommen werde, weshalb ich diese Aktivität zumindest teilweise als Eisbaden werten werde.

Am Samstag war dann mein erstes Langlaufrennen. Es gab drei Renndistanzen: 10 km, 17 km und 32 km. Ich habe bei 17 km mitgemacht. Dort gab es wiederum zwei Gruppen: Die Profis U18 und die Hobbysportler. Bei den Hobbysportlern konnte ich mit einer Zeit von 1:34 h den 31. Platz belegen, während ich bei allen 17-km-Läufern Platz 63 von 120 erzielte.


Zur Belohnung ging es danach noch ins Schwimmbad mit 40°C Thermalbecken und Sauna.
Den Sonntag verbrachte ich dann ganz gemütlich mit Haushalt und Arbeiten für meine Gastgeberin.
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