Am ersten Tag des neuen Jahres haben wir unser Zeug gepackt, aufgeräumt und geputzt. Anschließend haben wir noch Arthur besucht und dann ging es auch schon los nach Kamloops. Dort angekommen waren wir noch in einer Outlet Mall (Einkaufszentrum für Kleidung, oft reduziert), wurden allerdings nicht wirklich fündig.
Am nächsten Tag ging es dann nach meinem wohl besten Hotelfrühstück in Nordamerika nach Sun Peaks. Ein sehr bekanntes Skigebiet in der Region. Bei dem Frühstück gab es tatsächlich Croissants und „English Muffins“, was einem schmalen Brötchen ziemlich ähnlich kommt. Außerdem die amerikanischen Standards wie Waffeln zum Selberbacken, Müsli, Joghurt, Rührei, Speck, etc.
Im Skigebiet angekommen, mussten wir uns erstmal zurechtfinden, haben dann aber schließlich doch den Skiverleih gefunden. Ski, Schuhe und Stöcke wurden geliehen. Dann noch das Skiticket holen und es konnte losgehen. Ski fahren ist hier deutlich teurer als in Europa, so kostet der Tagespass hier umgerechnet 125€. Das ist eigentlich ein regulärer Preis für die Top-Skigebiete hier, lediglich in Whistler muss man noch etwas tiefer in die Tasche greifen und fast 200€ liegen lassen. Das ist einer der Gründe, weshalb ich bisher noch nicht Ski gefahren war. Der zweite Grund ist, dass auch hier der Klimawandel angekommen ist. Statt des berühmt-berüchtigten Champagner-Pulverschnees gab es für uns nur alten Nassschnee, bei etwas unter null Grad.
Ich war seit 2018 nur noch mit dem Snowboard unterwegs, doch nutzte die Chance, jetzt einmal wieder Ski zu fahren. Zuerst war es sehr ungewohnt, doch schon im Laufe der ersten Abfahrt fühlte ich mich sicherer und ich hatte riesigen Spaß.


Die Pisten sind hier deutlich anders als in den Alpen. Das Skigebiet befindet sich auf einem abgerundeten Berg zwischen 1200m und 2000 m, was zur Folge hat, dass man dauerhaft im Wald unterwegs ist. Ein Lift bedient hier jedoch etwa 5 bis 10 verschiedene Abfahrten, von leicht (grün) über mittel (blau) und schwer (schwarz) bis hin zu extrem schweren bzw. „ungesichert“ Skipisten (doppelt schwarz). Durch die schiere Anzahl an Pistenkilometern hatte man so auch mit wenig Liften viel Abwechslung und war nahezu allein auf den Abfahrten, auch wenn man am Lift unten meistens etwas warten musste. Dort war übrigens mit Zäunen ein richtiges Warteschlangensystem aufgebaut und alles verlief sehr geordnet. Nach dem Einsteigen in den Sessellift wurde sogar manchmal erst gefragt, ob alle bereit sind, den Bügel zu schließen. Lifte waren fast ausschließlich Sessellifte, allerdings nicht die modernen mit Haube und Sitzheizung, wie wir sie von den Alpen inzwischen gewohnt sind, sondern die alten Modelle mit harten Bänken und ohne Haube. Lediglich ein Lift hatte eine Haube. Dafür gab es viele „Fun Parks“ mit Rampen und Hindernissen, welche erstaunlich oft benutzt wurden. Gerade die Hindernisse, über welche man mit Ski oder Snowboard rutschen muss, wurden hier häufig genutzt. In den Alpen traut sich fast niemand auf diese Hindernisse. Ein weiterer Unterschied war, dass hier nicht jede Piste täglich gewalzt wird. So gab es mehr oder weniger starke Buckelpisten. Dadurch, dass hier jedoch deutlich weniger Personen pro Pistenkilometer unterwegs sind, waren die meisten Pisten am Ende des Tages immer noch fast ohne Buckel.

Unser zweiter Skitag begann leider mit Regen. Erst kurz bevor wir das Skigebiet erreichten, schlug dieser in Schnee um. So schneite es den ganzen Tag feuchten Neuschnee, welcher das Fahren extrem anstrengend, kalt und etwas eklig machte. Dennoch fuhren wir bis 15 Uhr, gaben unsere Ski zurück und fuhren ins Hotel. Dort angekommen hatten wir noch etwas Zeit, uns umzuziehen und fertigzumachen, denn es ging zum Eishockey. Anders als in Salmon Arm war die Parkplatzsituation ganz untypisch für Nordamerika. Erst nach mehrfachem Nachfragen fanden wir einen versteckten Parkplatz in einer Seitenstraße, 10 Fußminuten entfernt vom Stadion. Zu allem Übel mussten wir auch noch 2,5 € Parkgebühren zahlen.
Das Spiel war sehr spannend, wir saßen zufälligerweise im Familienbock. In der ersten Reihe war eine Gruppe Mädchen, etwa 10 Jahre alt, welche dort wohl Kindergeburtstag feierten. Die Stimmung war gut und die Mädels machten ganz schön Party. Das Spiel war auch recht spannend und zum Schluss gewannen die Kamloops Blazers 4 zu 1 gegen die Kelowna Rockets.
Heute hieß es dann Abschied nehmen. Meine Mutter und ihr Mann machten sich nach dem Frühstück auf den Weg zurück nach Vancouver, von wo es morgen dann mit dem Flieger nach Deutschland geht. Ich musste wieder zurück nach Salmon Arm, denn für mich geht es wieder mit der Arbeit los. Der 6. Januar ist hier leider kein Feiertag.
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