Heute bin ich nach Vancouver gefahren, da mich meine Mutter und ihr Mann für ein paar Tage besuchen kommen. Sie landen dort und haben dann einen Mietwagen gebucht. Deshalb habe ich mich entschieden, mit dem Bus nach Vancouver zu fahren. Die Abfahrt war für 4:30 Uhr geplant. Wie im letzten Beitrag beschrieben hatte der Bus jedoch über eine Stunde Verspätung, kam aber schließlich doch noch. Die Fahrt über versuchte ich, möglichst viel zu schlafen, was mir nicht immer gelang. Da wir ja erst um 6 losfuhren, ich inzwischen hellwach war und es auch schon bald hell wurde.
Wir fuhren über den verschneiten Coquihalla Highway. Teilweise war der Schnee über einen Meter neben der Straße aufgetürmt. Je näher wir jedoch Vancouver kamen, umso weniger wurde der Schnee, bis er schließlich 1,5h vor Ankunft komplett verschwand.
In Vancouver hatte ich dann noch acht Stunden Zeit. Ich lief also vom Bahnhof zur Innenstadt. Der Fußweg dorthin war erstaunlich gut und wurde auch von vielen Joggern und Leuten mit Hund genutzt. Schließlich kam ich an der Partymeile an. Die Granville Street ist voller bunter Schilder und erinnert tatsächlich etwas an Las Vegas. Wie ich später noch erfahren werde, hatte Vancouver in den 1950er Jahren tatsächlich mehr Neonlichter als Las Vegas. Kritiker fanden diese Lichter jedoch störend und ablenkend von der natürlichen Schönheit Vancouvers, weshalb die Lichter nach und nach verschwanden. Heute findet man vereinzelt noch ein paar dieser Schilder und auch im Museum von Vancouver befindet sich eine Ausstellung über diese Zeit.


Ich folgte der Straße, bis ich schließlich am Kanadaplatz ankam. Hier befindet sich die Anlegestelle der großen Kreuzfahrtschiffe. Kreuzfahrtschiffe waren keine da, aber man hatte eine wunderbare Aussicht auf Vancouver.



Dort entdeckte ich etwas Weiteres Außergewöhnliches, einen Wasserflugzeug(flug)hafen. Wie ich an meinem dritten Tag in Kanada bereits im Flugzeugmuseum herausgefunden habe, spielen Wasserflugzeuge eine große Rolle bei der Erkundung Kanadas. Diese Flugzeuge eignen sich nämlich wunderbar, um in einem der wirklich zahlreichen Seen in diesem Land zu landen, noch bevor Wege und Straßen gebaut wurden. Die Wasserflugzeuge hier in Vancouver sind aber, glaube ich, eher für touristische Zwecke gedacht.


Nachdem es anfing zu regnen und aufgrund des heutigen 1. Da am Weihnachtsfeiertag die meisten Läden geschlossen hatten, habe ich mir nur noch eine Poutine in einem Imbiss zum Abendessen geholt und bin dann mit der U-Bahn ins Hotel gefahren.


Von dort aus bin ich dann an den Flughafen gefahren, um meine Mutter und ihren Mann abzuholen.
Am nächsten Tag haben wir erstmal ausgeschlafen und sind dann in ein Diner zum Frühstücken gefahren.
Anschließend ging es in den Stanley Park. Das ist der Hauptstadtpark von Vancouver. Etwas größer als der New Yorker Central Park und mit Zugang zum Meer wohl einer der beeindruckendsten Stadtparks auf dieser Welt. Vancouver liegt tatsächlich in einem Regenwald. Durch dieses außergewöhnlich feuchte Klima gibt es hier die legendären „Redwood“-Mammutbäume. Auch im Stanley Park sind einige davon zu sehen. Die größten, die ich gesehen habe, waren leider bereits abgestorben oder von anderen Bäumen verdeckt, weshalb ich kein Foto gemacht habe. Aber ich werde definitiv wieder in die Region kommen, um ein Bild eines imposanten Mammutbaumes zu machen!
Die Parkplatzsituation im Stanley Park ist im Sommer wohl katastrophal, weshalb hier die Parktickets zu horrenden Preisen verkauft werden. Außerdem ist die kürzeste kaufbare Dauer eine Stunde. Da wir aber an etwa fünf bis sechs Stellen jeweils nur für zehn bis zwanzig Minuten anhalten wollten, haben wir kein Parkticket gelöst. Prompt hatten wir am zweiten Parkplatz einen Strafzettel. Also Planänderung: Wir fuhren an einen zentralen Parkplatz und lösten einen Schein für eine Stunde. Wir liefen etwas entlang der Küste, als ich plötzlich eine Bewegung im Wasser wahrnahm – eine Robbe. Leider hatte ich aktuell mein Weitwinkelobjektiv auf der Kamera und die Robbe war einfach viel zu schnell wieder abgetaucht. Deshalb gelang mir nur dieses Foto aus der Ferne.





Der Weg führte uns schließlich zu einem Indianer-Denkmal mit lauter Marterpfählen, zum Gedenken an die Ureinwohner, die sich zuerst an diesem Ort niedergelassen und dann von den europäischen Einwanderern vertrieben wurden. Andererseits ist der Ort inzwischen auch sehr touristisch geprägt mit Souvenirläden, Restaurants und Toilettenhäuschen.

Anschließend fuhren wir noch zur Granville Island. Einem ehemaligen Industriegebiet, welches nur zu einer Art Einkaufszentrum mit Bauernmarkt umfunktioniert wurde. Das Ganze erinnerte mich stark an die LX-Factory in Lissabon, welche nach einem ähnlichen Prinzip umfunktioniert wurde. Leider waren auch am zweiten Weihnachtsmarkt die meisten Geschäfte geschlossen, weshalb wir schon bald ins Hotel zurückkehrten.

Meinen dritten Tag in Vancouver begannen wir wieder mit einem Frühstück, diesmal in einem Diner in der Innenstadt. Nun führte ich meine Familie etwas herum. Wir machten eine Stadtrundfahrt, bei welcher wir noch einiges über Vancouver erfuhren und besuchten erneut die Granville Island, auf welcher heute auch der Bauernmarkt geöffnet hatte. Zu diesem lässt sich von mir nur sagen: Es gab jede Menge Lebensmittel, aber auch Essensstände. Unter anderem auch Bratwurst- und Schnitzelbuden. Leider war es unglaublich voll und eng, sodass man nicht so gemütlich durchschlendern konnte, aber dennoch eine spannende Erfahrung. Außerdem gab es noch den Kids Market, quasi ein Einkaufszentrum für Kinder. Es gab jede Menge Spielzeug, Boxautos, Spielautomaten und alles war dekoriert wie in einem Freizeitpark für Kinder. Auf dem Rückweg haben wir dann noch Rudolf getroffen.

Anschließend sind wir zum Wahrzeichen der Stadt gefahren. Die Dampfuhr – angetrieben durch den Dampf des unterirdischen Fernwärmesystems – wird hier die Zeit gemessen und zu jeder Viertelstunde über die Pfeifen eine kurze Melodie gespielt.

Passend dazu gingen wir dann in die Dampfbierbrauerei (Steamworks Brewpub). Dort gab es leckeres lokales Bier aus Vancouver und Burger. Unser Kellner kam aus der Schweiz, wodurch wir sogar auf Deutsch bestellen konnten.
Nachdem wir gegessen und getrunken hatten, begaben wir uns zurück ins Hotel und unser letzter Tag in Vancouver nahm sein Ende.
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