Tag #94 – #100 Wintereinbruch & Clearwater

   

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Diese Woche waren wir wieder die gesamte Zeit im Waldbrandgebiet tätig.

Am Montag hat es dann den ganzen Tag geschneit. In West Kelowna, wo wir arbeiten, ist der Schnee zum Glück nicht liegen geblieben. In Salmon Arm blieb er jedoch für die ganze Woche erhalten.

Aufgrund von merkwürdigen Spannungen in einem Baum, habe ich meine Säge auf sehr außergewöhnliche Weise verklemmt. Meine Kollegen waren davon so begeistert, dass wir Fotos gemacht haben.

Passiert ist zum Glück nicht viel, das Schwert war etwas krumm und im Auspuff war eine Delle. Am nächsten Tag hatte ich ein neues Schwert und die Säge lief wieder einwandfrei.

Donnerstag

Da wir vom Weihnachtsmarkt in Armstrong so enttäuscht waren, haben wir uns entschieden, einen eigenen Mini-Weihnachtsmarkt zu machen. Also haben wir ein Feuer gemacht, mit ein paar Gewürzen unseren eigenen Glühwein hergestellt (fertigen Glühwein gibt’s hier nicht zu kaufen) und außerdem gab es Maiskolben und S’Mores. Ein S’Mores ist ein Marshmallow und etwas Schokolade zwischen zwei Keksen, wie bei einem Burger. Diese sind wohl sehr typisch in Nordamerika, ich habe sie zum ersten Mal gegessen. Es war seeeehr süß, quasi wie Leibniz Schokokekse mit Zuckerwatte kombiniert.

Freitag

Am Freitag hatte ich einen Termin, um meinen Führerschein zu tauschen. Dies war aus zwei Gründen nötig. Zum einen ist der Europäische Führerschein hier für „Einwohner“ nur für 90 Tage gültig (durch mein Arbeitsvisum zähle ich als Einwohner), und außerdem wird meine Fahrerfahrung bei der Kfz-Versicherung nur mit einem kanadischen Führerschein anerkannt. Mit meinem europäischen Führerschein zahle ich für die sechs Monate fast 1.800€. Das sollte sich durch meine Fahrerfahrung jedoch etwa halbieren.

Den restlichen Tag habe ich mit Einkaufen, Kochen und mit Arbeiten für meine Gastgeberin verbracht.

Am Abend sind wir dann noch nach Clearwater gefahren. Dort gibt es einen Provinzpark mit vielen Wasserfällen. Wir haben in einem kleinen Motel mit „kontinentalem Frühstück“ übernachtet.

Samstag

Das Frühstück gab es erst ab 8 Uhr, weshalb wir etwas länger geschlafen haben. In der Rezeption angekommen, gab es dann mal wieder eine Überraschung. Das Frühstück bestand aus fertigen Joghurtbechern, Äpfeln und ein paar Mandarinen, die alles andere als appetitlich aussahen. Nach dieser Enttäuschung sind wir erstmal zu einer Bäckerei gefahren und haben uns leckere Muffins und Pizzabrezeln gekauft.

Anschließend ging es weiter Richtung Helmken Falls. Der große Wasserfall, den ich bereits an Tag #14 & #15 besucht habe. Diesmal jedoch mit Schnee. Da der Weg dorthin nur über eine Seitenstraße führte, war diese schon bald von einer geschlossenen Schneedecke bedeckt.

Nach einer Weile endete der geräumte Bereich der Straße und wir standen vor Tiefschnee mit lediglich zwei Spuren von vorherigen Autos. Ich war wirklich am Überlegen, ob wir nicht besser umkehren sollten, testete dann aber einmal, wie gut wir in dem Tiefschnee vorrankommen. Es ging erstaunlich gut, der Schnee war sehr griffig, weshalb ich entschied, weiterzufahren. Auf dem Parkplatz des Wasserfalls waren dann nicht einmal mehr Spuren von anderen Autos, aber es war tatsächlich kein Problem, dort durchzufahren, anzuhalten und weiterzufahren.

Am Wasserfall selbst hatten wir leider überhaupt keine Sicht, es schneite stark und überall hing noch der Nebel.

Deshalb sind wir weiter zum nächsten Wasserfall gefahren. Dort hatten wir nach einer kleinen, einstündigen Wanderung dann mehr Glück. Das Coole an diesem Wasserfall war, dass man darunter durchlaufen konnte und sich dahinter ein Felsvorsprung wie eine Art Höhle befand.

Am dritten Wasserfall waren wir wieder ganz allein. Nicht einmal Spuren im Schnee. Dieser Wasserfall war deutlich größer als der vorherige, jedoch kleiner als der Helmken Falls, den wir ja leider nicht wirklich sehen konnten.

Anschließend sind wir wieder zurückgefahren. Wieder auf richtigen Straßen bemerkte ich, wie das ganze Auto und das Lenkrad ab etwa 60km/h anfingen zu ruckeln. Nachdem ich schon befürchtete, am Samstagabend noch eine Werkstatt anfahren zu müssen, bemerkte ich, dass Schnee in die Felge gefallen war und durch die Zentrifugalkraft stark komprimiert wurde. Nachdem ich den Schnee entfernt hatte, lief das Auto wieder ruhig.

Als wir in Salman Arm ankamen, ging das Drama weiter. Mein Zimmer war abgeschlossen. Man kann die Tür von innen abschließen und dann zuziehen, aber ich kann mir nicht erklären, wie das hätte passieren sollen. Nachdem wir bestimmt eine Stunde versuchten, die Tür aufzubrechen, entschieden wir uns erst einmal, essen zu gehen. Unsere Gastgeberin fand zum Glück noch einen passenden Schlüssel, nachdem sie heimkam und wir mit essen beschäftigt waren. Somit war der Tag dann doch noch gerettet.

Sonntag

Am Sonntag wollte ich endlich langlaufen gehen. Die Loipe war dieses Wochenende zum ersten Mal offen, leider ohne Klassikspuren. Ich entschied mich trotzdem, hochzufahren. Der Schnee war sehr weich und andere Langläufer hatten bereits Spuren gezogen, denen ich folgen konnte. Es war wunderschön, vor allem durch den vielen Neuschnee auf den Bäumen. Trotz der schlecht präsentierten Loipe habe ich es zwei Stunden ausgehalten, aber kam natürlich nur sehr langsam voran und schaffte nur elf Kilometer.

Den restlichen Tag verbrachte ich wieder einmal in der Küche mit Vorkochen. Am Abend sind wir dann noch ins Kino gegangen.

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