Die Arbeit diese Woche war recht unspektakulär. Wir waren wieder 3 Tage im Waldbrandgebiet und haben die kritischen Bäume gefällt.
Am Freitag habe ich wieder für meine Gastgeberin gearbeitet. Meine Kettensäge hat jedoch seit 2 Wochen nicht mehr richtig funktioniert, also habe ich eine Säge von einem ihrer Freunde ausgeliehen. Nachdem ich dessen Säge getankt hatte, machte sie plötzlich die gleichen Probleme, wie meine Säge! Daraus schloss ich, dass das Problem nicht an der Säge, sondern am Benzin liegt. Das Benzin stand wahrscheinlich schon viele Monate oder Jahre herum und war nicht mehr geeignet. Da ich befürchtete, beide Sägen nachhaltig mit dem alten Benzin geschädigt zu haben, fuhr ich nach einem halben Nervenzusammenbruch los und kaufte Aspen. Das kostet hier übrigens 35€ für 5 l, was 10 mal so teuer ist wie das normale Benzin! Doch siehe da, beide Sägen liefen wieder einwandfrei und ich konnte meine Arbeit erfolgreich beenden.
Seit Dienstag ist noch ein zweites deutsches Mädchen hier bei meiner Gastgeberin. So fuhren wir am Freitagabend alle gemeinsam ins drei Stunden entfernte Golden im Zentrum der Rocky Mountains.
Am Samstag sind wir schon vor Sonnenaufgang aufgestanden und an den Emerald Lake gefahren. Ich war bereits zweimal dort, doch das machte überhaupt nichts, denn diesmal hatte es zwischen –20 °C und –10 °C und fast 40 cm Schnee.




Wir wollten einen etwa 10 km langen Weg über einen Berg am Rande des Sees machen. Die ersten 3 km liefen recht gut, da der Weg bereits von anderen Leuten gelaufen wurde. Plötzlich verschwanden jedoch die Spuren und wir mussten uns den Weg selbst durch den 40 cm tiefen Schnee bahnen. Wir kamen nur sehr langsam voran. Nach weiteren zwei Kilometern entschieden wir uns umzudrehen, da es bereits nach zwölf war und wir nicht auf dem Berg übernachten wollten. Leider hatten wir auf dem gesamten Weg kein einziges Mal Aussicht auf den See. Der Wald war so dicht und versperrte uns die Sicht, obwohl wir bestimmt sechshundert Höhenmeter überwunden hatten.









Wir liefen noch unsere Runde um den See zu Ende und fuhren dann zurück nach Golden. Eigentlich wollten wir noch bei der „Natural Bridge“ anhalten (siehe Tag #6-8 Banff & Yoho). Leider war hier jedoch alles gesperrt, da Bärenfallen in diesen Bereichen aufgestellt waren.
Am nächsten Tag haben wir eine kleine Wanderung entlang einer Schlucht gemacht. Es war wieder eiskalt bei etwa -10 °C, jedoch lag kein Schnee. Vermutlich ist es dort einfach sehr trocken.



Anschließend sind wir noch zu einem Wolfscenter gefahren. Dort gab es Wölfe in einem Gehege, ähnlich wie in einem Zoo. Die Wölfe hatten jedoch täglich Auslauf und wurden alle aus der Wildnis gerettet, konnten jedoch nicht wieder ausgewildert werden. Nach einer Weile fing einer der Wölfe an zu heulen und stimmte das ganze Rudel darauf ein. Nach über einer Minute Wolfsheulen aus allen Richtungen wurde es langsam wieder still. Das war definitiv eine sehr beeindruckende Erfahrung. Die Wölfe können übrigens bis zu 85 kg schwer werden.


Am Ende ist noch ein riesiger Rabe auf einem der Zäune gelandet. Leider ist die Größe des Vogels auf dem Bild kaum zu erkennen, aber es ist definitiv nicht mit unseren europäischen Krähen vergleichbar.

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