Diese Woche ging es dann auch auf der Arbeit in den Schnee. Wir fuhren in das eine Stunde entfernte Silver Star, wo sich ein großes Skigebiet befindet. Am ersten Tag dort angekommen hatte es –7 °C und bereits etwas Schnee neben der Straße. Der Sonnenaufgang von dort oben war wunderschön.

Ab 14 Uhr fing es dann plötzlich an zu schneien, erst ein bisschen, dann immer stärker. 45 Minuten vor Feierabend wurde es dann so stark, dass wir uns entschieden, vorzeitig abzubrechen und zurückzufahren. Die Straßen waren natürlich zugeschneit und wir wussten nicht, wie gut wir bei den Verhältnissen fahren konnten.

Die restliche Woche verbrachten wir oben im Skigebiet. Meine Arbeitsschuhe waren nach dem zweiten Tag total durchnässt, weshalb ich mir auf Empfehlung meiner Kollegen die sehr hochwertigen Gummistiefel von Dunlop kaufte (180 €). Das sind definitiv die teuersten Gummistiefel, die ich je getragen habe, aber auch die bequemsten. Für den Winter hier brauche ich definitiv gute Schuhe, weshalb das sicher eine gute Investition war.
An unserem letzten Tag durfte ich das erste Mal auf einen Baum klettern, natürlich nur etwa 1,5 m, um eine Lichterkette abzuhängen.

Am Wochenende entschied ich mich, in eine größere Stadt, 1,5 Stunden von hier entfernt, zu fahren. Die Stadt Kelowna hat etwa 150 000 Einwohner und wurde mir wegen des Nachtlebens empfohlen. Ich wollte endlich mal wieder ausgehen und feiern. Außerdem war dieses Wochenende Halloween, weshalb sich das natürlich besonders anbot. Ich buchte mir also ein Hostel in der Innenstadt und fuhr Freitag nach der Arbeit los.
Halloween war ziemlich verrückt, überall kostümierte Leute, egal ob alt oder jung, auf den Straßen, in den Läden, selbst die Frau an der Supermarktkasse war verkleidet.
In der Stadt war in der Nacht auch alles voller Geister und Gespenster. Ich ging in eine Bar mit Live-Musik. Von der Musik her war das genau das Gleiche wie in der Bar in Salmon Arm, da ich aber 10 $ Eintritt gezahlt hatte, blieb ich noch bis halb zwölf. Was ich nicht bedacht hatte, war, wie viel in der Stadt eigentlich los war. So traf ich zwar auf jede Menge gut gelaunter Menschen, jedoch waren die Schlangen vor jeglichen Bars und Diskotheken so lang, dass ich mich gegen Zwölf zurück ins Hostel begab.
Am Samstag habe ich mir dann die Stadt angeschaut und naja, was soll ich sagen … Eine nordamerikanische Großstadt eben, alle Straßen wie Ritter Sport – quadratisch, praktisch, gut. Viel Sehenswertes außer einem Weg entlang des Seeufers gab es eigentlich nicht. Ich wanderte noch auf einen Hügel für eine schöne Aussicht auf die Stadt.


Auf dem Rückweg folgte ich gedankenversunken dem Weg, als ich plötzlich Rehe bemerkte, keine 5 Meter neben dem Weg. Dort standen sie und grasten in aller Ruhe.

Leider fing es anschließend an, stark zu regnen. Ich machte mich also schnell auf den Weg zurück in die Stadt und ging in ein Sushi-Restaurant. Dort bestellte ich ein Mittagsangebot. Suppe, Salat, zwei Mini-Frühlingsrollen und zwei kleine Portionen Gemüse plus zweierlei Arten Sushi für 15 €!! Zu trinken gab es Grüntee zum Aufwärmen – umsonst. Es ist wirklich erstaunlich, wie günstig es hier ist, essen zu gehen, vor allem wenn man bedenkt, dass die Lebensmittel hier etwa 20 % teurer sind als in Deutschland.

Danach war ich so voll, dass ich sogar mein Abendessen auf etwas Brot mit Rührei beschränkte.
An meinem zweiten Abend wollte ich dann unbedingt noch die Diskothek neben dem Hostel ausprobieren. Diese öffnete um 22 Uhr und da ich ungeduldig war, stand ich zehn nach zehn vor dem Eingang, zum Glück, denn die Schlange war schon etwa zehn Meter lang und es wurde immer mehr. Hier ist es wohl nicht so, dass man sich frühestens um elf mal in Richtung Stadt bequemt. Was mich jedoch viel mehr schockierte, war, dass fast alle Leute verkleidet waren. Ich hatte mein Holzfäller-Kostüm vom Vorabend natürlich nicht an, Halloween war ja eigentlich schon vorbei.
Die Disco war genau wie ich es mir vorgestellt hatte, moderne Musik von Pop über EDM bis hin zu Hip-Hop – alles war dabei. Zum Glück keine Live-Rockmusik, denn die kann ich langsam nicht mehr hören. 😂 Es war erstaunlich viel auf der Tanzfläche los und ich hatte viel Spaß. Manchmal war es zwar etwas komisch, nicht in einer Gruppe zu stehen, aber ich war sicher nicht der Einzige, der allein dort war.
Am nächsten Tag ging es für mich in die Berge nahe der Stadt. Dort ging ich auf einem gemischten Fahrrad-/Wanderweg entlang einer Zugtrasse. Der Weg war wirklich wunderschön und führte durch Tunnel und über viele historische Brücken. Gleich am Anfang wurde ich von einem netten Herrn angesprochen. Ich war ganz froh um etwas Gesellschaft und wir unterhielten uns während der gesamten Wanderung (4 h). Der Mann arbeitete für eine Fluggesellschaft im Bodenpersonal, wodurch er an günstige Flüge kam und so häufig in Europa und auch in Deutschland war. Dadurch hatten wir genügend Gesprächsmaterial. Hier noch ein paar Bilder der Wanderung.








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