Tag #46 – 48 Ernte Dank & Der neue Job

   

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Erntedank

Am Montag war Ernte Dank. Das gilt in Kanada als Feiertag und wird hier ganz anders zelebriert als in Deutschland. Vielen gehen zu ihren Eltern bzw. ihrer Familie und haben ein gemeinsames Abendessen. Ich wurde tatsächlich von dem älteren Herren, der mich oft durch die Gegend fährt eingeladen. Ich war gerade dabei, einen Zwiebelkuchen zu backen (etwas Heimat muss schon sein) als er mich anrief und sagte, er hole mich um 15 Uhr ab. Es war aber bereits 14:20, wodurch ich meine Backaktion unterbrechen musste. Als wir ankamen, wurde als erstes der TV eingeschalten. Es lief ein Baseball spiel der „World series“, der Name ist etwas irreführend, da es eigentlich nur die Liga der besten Mannschaften aus den USA und einer kanadischen Mannschaft ist. Es spielte Seattle (USA) gegen Toronto (Kanada). Außer mir waren noch zwei Nachbarn und seine Schwester beim Abendessen dabei. Es gab Salat und Brötchen vorweg. Danach Kochschinken (in ähnlicher Form wie Schaufele) Kartoffelgratin und Karotten. Zum Nachtisch habe ich meinen ersten Pumpkin pie (Kürbiskuchen) gegessen. Es hat alles sehr lecker geschmeckt. Nur der Fernseher war für die anderen Gäste meist interessanter. Da es so früh anfing war es wenigstens um 18 Uhr bereits vorbei, wodurch ich meinen Zwiebelkuchen fertigstellen konnte.

Der neue Job

Am Dienstag ging dann mein neuer Job los. Um 6:20 wurde ich vom Chef höchstpersönlich an der Einfahrt abgeholt. Wie ich zu den Job gekommen bin und was meine Aufgaben dort sein werden, habe ich in dem Beitrag Tag #32-34 Jobsuche behandelt. In der Firma arbeiten aktuell sechs Leute. Es gibt zwei LKW mit Hebebühne. So arbeiten immer drei Leute an einem Ort.

Ich bekam als erstes ein langärmliges T-shirt in Warnfarbe und eine Hose, beides brandhemmend. Anschließend fuhren wir zu unserem ersten Auftrag und damit meine ich, ich fuhr einen riesigen Pickup-Truck (Ford F-350) und einer meiner Kollegen den großen LKW. Dort angekommen wurde ich kurz in die Bedienung des Häckslers eingewiesen und dann ging es auch bald los. Die Äste wurde von einem meiner Kollegen auf der Hebebühne abgesägt und wir sammelten sie auf und warfen sie in den Häcksler. Wir arbeiteten die ganze Zeit direkt an der Straße. Die eine Straßenseite wurde von zwei Leuten in Pickup-Trucks abgesperrt. Jedes mal wenn wir den Standort wechselten dauerte es einen Moment, bis die Straße abgesperrt war und wir beginnen konnten. So verbrachte ich den Vormittag häufig wartend.

Dafür habe ich direkt ein neues Wildtier meiner Liste fotografieren können. Ein Weißkopfseeadler. Meine Kamera hatte ich natürlich nicht dabei, aber er war zum Glück wirklich nah.

Am Nachmittag waren wir mit einem großen Baum beschäftigt. Leider ist unsere Seilwinde kaputtgegangen, weshalb wir dann aber viel spannender die Astbündel mit dem Pickup-Truck herausgezogen haben.

Nach 10 Stunden arbeiten, dann der Feierabend. Ich war ich erschöpft und bin nach der Dusche um 20:30 ins Bett gefallen.

Am Mittwoch ging es um 6:10 Uhr los. Wir begannen wieder mit dem Entfernen von Ästen über die Hebebühne. Nach einer Stunde kamen wir an einen Platz, an welchem über vierzig Bäume gefällt werden mussten. Endlich bekam auch ich eine Kettensäge in die Hand, außerdem auch eine Art Schürze (Chaps genannt) als Schnittschutz für die Beine. Die Bäume waren alle gefährlich nah an der Stromleitung (sonst wäre es ja nicht unser Job). Mein jüngerer Kollege kletterte auf die Bäume und befestigte ein Seil. Mit diesem haben wir dann den Baum abgespannt und „umgeworfen“ um sicherzustellen, dass dieser in die richtige Richtung fällt. Der ältere Kollege hat alle Fällungsschnitte vollzogen. Anschließend habe ich die Seile gelöst, neue Seile in die Umlenkrolle gespannt, die Bäume entastet und klein gesägt. Das Holz wird nicht eingesammelt oder anderweitig verwendet. Es soll nur bodennah liegen, damit es besser verrottet und keine Gefahren darstellt. Für große Bäume hatten wir eine Kettensäge, welche als Seilwinde umgebaut wurde. Sehr interessante Konstruktion. Diese Arbeit füllte fast den gesamten restlichen Arbeitstag.

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